Eine aktuelle Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt wurde, macht auf erhebliche Risiken einer intensiven Nutzung digitaler Medien aufmerksam. Den Ergebnissen zufolge besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen häufigem Social-Media-Konsum, rückläufigen PISA-Leistungen und zunehmenden psychischen Belastungen bei Schülerinnen und Schülern.
Psychische Belastungen und digitale Veränderungen
Seit der Corona-Pandemie hat sich die seelische Verfassung vieler Kinder und Jugendlicher in Deutschland noch nicht vollständig stabilisiert. Ängste, Einsamkeitsgefühle und Belastungen durch weltweite Krisen prägen ihren Alltag weiterhin stark. Besonders Kriege und Terrorismus werden von vielen jungen Menschen als große Sorge wahrgenommen. Gleichzeitig zeigen sich seit 2015 kontinuierliche Rückgänge bei den schulischen Kompetenzen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.
Auch das Freizeitverhalten hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Jungen verbrachten im Jahr 2022 durchschnittlich 1 Stunde und 46 Minuten pro Tag mit Computerspielen, was im Vergleich zu 2013 nahezu einer Verdopplung entspricht. Mädchen wiederum nutzen soziale Netzwerke und Videotelefonie inzwischen fast dreimal so intensiv wie noch vor zehn Jahren.
Deutliche Folgen für die Bildung
Die Auswertungen des IW auf Grundlage der PISA-Daten weisen auf klare negative Zusammenhänge hin. Mit zunehmender Nutzungsdauer sozialer Medien verschlechtern sich die gemessenen Kompetenzwerte von Jugendlichen.
Bereits ein Anstieg der Social-Media-Nutzung um eine Indexeinheit geht durchschnittlich mit einem Minus von 21,6 PISA-Punkten im Lesen und 19,5 Punkten in Mathematik einher.
Diese Erkenntnisse liefern auch einen Rahmen für andere Befragungen. So kam eine Untersuchung der Vodafone-Stiftung zu dem Ergebnis, dass 65 Prozent der 14- bis 20-Jährigen soziale Medien als aktive Ablenkung beim Lernen erleben. Zudem berichteten 45 Prozent der Jugendlichen von Konzentrationsproblemen, weil sie regelmäßig das Bedürfnis verspürten, ihre Accounts zu überprüfen.
Besonders problematisch ist die Entwicklung für Kinder aus bildungsfernen Familien. Sie verfügen oft über geringere Unterstützungsmöglichkeiten und verbringen zugleich überdurchschnittlich viel Zeit mit digitalen Medien.
Mentale Gesundheit zunehmend belastet
Psychotherapeutische Einschätzungen sehen in übermäßigem Medienkonsum einen wesentlichen Belastungsfaktor für die psychische Gesundheit. Studien zeigen, dass eine suchtähnliche Nutzung mit Depressionen, Angstzuständen und hoher Belastung in Verbindung steht.
Gleichzeitig gibt es auch Hinweise auf positive Effekte einer Reduzierung. Wenn Menschen ihren Medienkonsum einschränken, steigt ihre Lebenszufriedenheit messbar an, während depressive Symptome zurückgehen.
Welche Maßnahmen Experten empfehlen
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, empfiehlt das Gutachten zwei zentrale Handlungsfelder.
Zum einen wird ein regulatorischer Ansatz vorgeschlagen. Dazu gehören die konsequente Durchsetzung von Altersgrenzen und ein besserer Schutz vor Mechanismen, die abhängiges Nutzungsverhalten fördern, etwa im Rahmen des Digital Services Act der EU.
Zum anderen wird ein stärker kompetenzorientierter Weg empfohlen. Schulen sollten Medienkompetenz systematisch vermitteln, Lehrkräfte gezielt fortgebildet und Eltern besser über Risiken sowie über vorhandene Kontrollmöglichkeiten informiert werden.
Der Geschäftsführer der INSM, Thorsten Alsleben, machte deutlich, dass Eltern und Lehrkräfte deutlich umfassender als bisher über mögliche Schäden digitaler Medien aufgeklärt werden müssten. Zugleich wies er darauf hin, dass reine Aufklärung gerade bildungsferne Gruppen oft nicht ausreichend erreiche. Aus seiner Sicht könne es deshalb notwendig werden, schädliche soziale Medien für Kinder ähnlich streng zu begrenzen wie Alkohol.
Außerdem vertrat er die Einschätzung, dass der starke Anstieg des Social-Media-Konsums längst kein harmloser Zeitvertreib mehr sei. Vielmehr stelle er eine konkrete Gefahr für Bildungserfolg und psychische Gesundheit von Kindern dar. Wenn Algorithmen die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigten und wertvolle Lernzeit verdrängten, drohten viele junge Menschen im internationalen Wettbewerb zurückzufallen. Deshalb brauche es dringend wieder mehr Bildungsgerechtigkeit, die dort beginne, wo digitale Ablenkung wirksam begrenzt werde.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)/Veröffentlicht am 13.04.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.