Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert den Einsatz des Kältemittels 1234yf in Pkw-Klimaanlagen. Nach Angaben der Organisation baut sich der Stoff in der Atmosphäre nahezu vollständig zu Trifluoressigsäure ab. Diese sogenannte TFA gilt als sehr langlebig, mobil und kann sich in der Umwelt anreichern.
Die DUH sieht darin eine Gefahr für Gewässer und Gesundheit und fordert Autohersteller auf, schnellstmöglich auf PFAS-freie Alternativen wie CO2 oder Propan umzusteigen.
Viele Hersteller reagieren nicht auf DUH-Abfrage
Die Organisation hatte 16 große Autohersteller befragt, wann sie den Einsatz von 1234yf beenden und welche natürlichen Alternativen sie künftig nutzen wollen.
Nach Angaben der DUH antworteten zehn Hersteller gar nicht. Vier weitere Unternehmen hätten nur unverbindlich reagiert. Insgesamt vergibt die Umwelthilfe deshalb 14 rote Karten.
BMW habe sich etwa darauf berufen, geltende Vorgaben einzuhalten und erst bei einer Änderung der Rechtslage über eine Umstellung zu informieren. Andere Hersteller verwiesen laut DUH lediglich allgemein auf Prüfungen, technische Entwicklungen oder künftige regulatorische Anforderungen, ohne konkrete Ausstiegspläne zu nennen.
DUH wirft Branche mangelnde Transparenz vor
DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch kritisiert, die Autoindustrie verursache durch Klimaanlagen weiterhin zusätzliche TFA-Einträge. Aus seiner Sicht verweigere die große Mehrheit der Hersteller konkrete Auskünfte dazu, ob und wann das Problem an der Quelle gestoppt werde.
Die Organisation hält das angesichts wachsender Belastungen von Wasserressourcen mit langlebigen Chemikalien für nicht hinnehmbar. Sie fordert von den Herstellern verbindliche Zeitpläne für den Ausstieg aus dem Kältemittel 1234yf.
Gelbe Karten für Volkswagen und BYD
Eine grüne Karte vergibt die DUH an keinen der befragten Hersteller. Volkswagen und BYD erhalten jedoch gelbe Karten, weil sie nach Einschätzung der Organisation zumindest erste Schritte in Richtung natürlicher Kältemittel zeigen.
Volkswagen setzt CO2 als Kältemittel bereits in ausgewählten batterieelektrischen Fahrzeugen ein. Einen umfassenden Ausstiegsplan nenne der Konzern jedoch nicht.
BYD teilte laut DUH mit, technische Voruntersuchungen für CO2-basierte Klimaanlagen abgeschlossen zu haben. Das Unternehmen arbeite demnach an der Integration in kommende Modellgenerationen für Europa.
Umwelthilfe sieht Technik als verfügbar an
Der Verkehrsexperte Axel Friedrich verweist aus Sicht der DUH darauf, dass die Umstellung auf natürliche Kältemittel technisch möglich sei. Das Beispiel Volkswagen zeige, dass die Technologie ausgereift sei, auch wenn sie dort bislang nur in ausgewählten Fällen eingesetzt werde.
Die DUH fordert deshalb, natürliche Kältemittel serienmäßig einzubauen und den Einsatz von 1234yf zu beenden.
TFA steht wissenschaftlich in der Kritik
Hintergrund der Kritik ist die Entstehung von Trifluoressigsäure aus dem Kältemittel 1234yf. Nach Darstellung der DUH ist TFA extrem persistent und reichert sich zunehmend in der Umwelt an.
Die Organisation verweist darauf, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung TFA als fortpflanzungsgefährdend einstufe. Auch die Europäische Chemikalienagentur habe diese Einschätzung kürzlich bestätigt.
Bereits im Oktober 2025 hatte die DUH 37 der in Deutschland meistverkauften Automarken zu ihren Kältemitteln befragt. Die Ergebnisse seien ähnlich ernüchternd gewesen.
Nach Einschätzung der Umwelthilfe zeigt auch die neue Abfrage, dass die Bereitschaft der Branche zu Transparenz und zu einem verbindlichen Ausstieg weiterhin gering ist.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Deutsche Umwelthilfe e.V./Veröffentlicht am 25.08.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.