Die jüngste Entscheidung unterstreicht die große Bedeutung der Forschung im Bereich sozialer künstlicher Intelligenz und macht deutlich, welche herausragende fachübergreifende Expertise an den Universitäten Paderborn und Bielefeld gebündelt ist. Prof. Dr. Matthias Bauer, Präsident der Universität Paderborn, betonte, diese Entwicklung verdeutliche die Exzellenz beider Standorte. Auch Prof. Dr. Angelika Epple, Rektorin der Universität Bielefeld, hob hervor, dass die enge regionale Zusammenarbeit beider Hochschulen die starke Forschungsleistung und Innovationskraft der Region Ostwestfalen-Lippe sichtbar mache und der Forschungsverbund damit ein internationales Aushängeschild darstelle.
Der TRR 318 vereint Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Informatik, Linguistik, Medienwissenschaften, Philosophie, Psychologie, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften. Seit Juli 2021 untersucht das Team, wie künstliche Intelligenz verständlicher gestaltet werden kann. Dabei verfolgt der Verbund Ansätze, die über die klassische erklärbare KI hinausgehen, und arbeitet an Systemen, die sich stärker an den Bedürfnissen der Nutzenden orientieren.
Erklären als gemeinsamer Prozess
Die bisherigen viereinhalb Jahre Forschungsarbeit haben gezeigt, dass Erklärungen nur dann wirksam sind, wenn auch die Perspektive derjenigen einfließt, die eine Erklärung erhalten. Nach Einschätzung von Prof. Dr. Katharina Rohlfing, Sprecherin des TRR 318 und Professorin für Psycholinguistik, reicht ein einseitiger Monolog nicht aus, um Verständlichkeit sicherzustellen. Vielmehr bewirke ein dialogischer Austausch, dass beide Seiten aktiv daran mitwirken, wie Inhalte aufgegriffen und nachvollzogen werden.
Empirische Untersuchungen des Teams verdeutlichten, wie Menschen durch Sprache, Gestik und Rückmeldungen anzeigen, was sie verstanden haben – und wie solche Signale in KI-Systemen nutzbar gemacht werden können. Zudem wurde erforscht, wie Erklärbarkeit im Alltag sichtbar wird. Interviews zu bereits genutzten KI-Anwendungen lieferten hierfür wichtige Einblicke. Auch technologische Entwicklungen wie der Einsatz großer Sprachmodelle wurden früh in die Untersuchungen einbezogen.
Nächste Schritte: Der Kontext gewinnt an Bedeutung
In der kommenden Förderphase rückt der Kontext stärker in den Vordergrund: Die Forschungsgruppe betrachtet dabei verschiedene Situationen, Umgebungen, Personen, Interpretationsmöglichkeiten sowie das Wissen, das im gemeinsamen Austausch entsteht. Geplant ist zu analysieren, wie Erklärungen an unterschiedliche Rahmenbedingungen angepasst werden müssen. Nach Einschätzung von Prof. Dr. Philipp Cimiano, stellvertretender Sprecher des TRR 318, kann je nach Situation eine kurze technische Erklärung ausreichend sein, während in anderen Fällen ein alltagsnaher, ausführlicher Zugang benötigt wird. Ziel ist es, KI-Systeme so weiterzuentwickeln, dass sie flexibel auf solche Veränderungen reagieren und den Dialog mit Nutzenden dynamisch gestalten können.
Prof. Rohlfing betonte zudem, dass das Team die erneute Förderung als Vertrauensbeweis der DFG und der Gutachterinnen und Gutachter wahrnehme und die Verantwortung annehme, KI-Erklärungen künftig sozialer, verständlicher und praxistauglicher auszugestalten.
Vertiefte interdisziplinäre Zusammenarbeit
Im TRR 318 arbeiten mehr als 60 Forschende in 20 Teilprojekten aus sieben Disziplinen zusammen. Die Projekte sind drei Forschungsbereichen zugeordnet und werden durch eine Graduiertenschule ergänzt, die den wissenschaftlichen Nachwuchs unterstützt. Die verlängerte Förderung ermöglicht es, die erfolgreiche interdisziplinäre Kooperation fortzuführen und die Rolle der Universitäten Paderborn und Bielefeld als starke nationale und internationale Standorte der KI-Forschung weiter auszubauen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Universität Paderborn/Veröffentlicht am 21.11.2025