Die aktuelle Lurse-Studie zu Trends in Vergütung und HR zeigt, dass sich der Rückgang der Gehaltserhöhungsbudgets seit 2023 fortsetzt. Während im Jahr 2023 im Durchschnitt noch 4,4 Prozent für Gehaltsanpassungen realisiert wurden, sank dieser Wert bis zum Sommer 2025 auf 3,3 Prozent. Für 2026 waren zunächst 3,1 Prozent vorgesehen, inzwischen liegt das geplante Niveau nochmals um 0,1 Prozentpunkte niedriger. Diese Entwicklung macht deutlich, wie stark wirtschaftliche Unsicherheiten und steigender Kostendruck die personalpolitischen Spielräume vieler Unternehmen einschränken.
Gehaltsplanung für 2026: Hohe Unsicherheit prägt die Entscheidungen
Die Studie wird jährlich in zwei Phasen durchgeführt: einer umfassenden Befragung im Sommer sowie einer Aktualisierung der Budgetplanungen im darauffolgenden Winter. Von den 176 befragten Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen haben 35 Prozent ihre Gehaltsbudgets seit dem Sommer 2025 verändert. Ausschlaggebend dafür waren vor allem Sparmaßnahmen und die weiterhin unsichere wirtschaftliche Lage.
Die Ergebnisse der Wintererhebung zeigen zudem, dass ein großer Teil der Unternehmen seine Gehaltsbudgets für 2026 zum Befragungszeitpunkt noch nicht final festgelegt hatte. 27 Prozent befanden sich noch in laufenden Abstimmungen, 23 Prozent bewerteten ihre Planung als weitgehend stabil, während rund 20 Prozent sich noch in einer frühen Orientierungsphase sahen. Etwa 30 Prozent hatten ihre Budgets bereits beschlossen. Zusätzlich kündigten 7 Prozent an, die Gehaltserhöhungsrunden für 2026 zu verschieben, etwa aufgrund von Kostendruck oder internen Veränderungen.
Anpassungen der Planungswerte: Kostenbewusstsein dominiert
Als häufigste Gründe für veränderte Gehaltsplanungen nannten die Unternehmen notwendige Kosteneinsparungen (52 Prozent) sowie die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit (50 Prozent). Weitere Einflussfaktoren waren unklare Perspektiven der eigenen Geschäftsentwicklung (27 Prozent), laufende oder bevorstehende Tarifabschlüsse (25 Prozent) und der Fachkräftemangel (18 Prozent). Auch neue Erkenntnisse aus Marktstudien und Vergütungsbenchmarks spielten für knapp ein Drittel der Unternehmen eine Rolle.
Rückgang über alle Mitarbeitergruppen und Branchen hinweg
Der Abwärtstrend betrifft sämtliche Mitarbeitergruppen. Seit dem Sommer wurden die Budgets je nach Gruppe um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte reduziert. Dies gilt für das Top-Management, für Führungskräfte und Experten ebenso wie für Angestellte und gewerbliche Fachkräfte.
Auch branchenübergreifend zeigt sich ein ähnliches Bild. In allen betrachteten Branchenclustern wurden die Gehaltsbudgets seit dem Sommer um bis zu 0,5 Prozentpunkte gekürzt. Lediglich die Versicherungsbranche bildet eine Ausnahme, da dort hohe Tarifabschlüsse zu einer Erhöhung der Budgets führten.
Konsequenzen für die Vergütungsstrategien
Auf die Frage nach möglichen Abweichungen vom üblichen Anpassungsniveau gaben rund ein Drittel der Unternehmen an, für 2026 geringere Gehaltserhöhungen als gewohnt zu planen. Als Gründe wurden unter anderem die wirtschaftliche Lage, strategische Marktausrichtung, Tarifverhandlungen, außergewöhnlich hohe Anpassungen im Vorjahr sowie der Fachkräftemangel genannt. Nur 9 Prozent rechnen mit überdurchschnittlichen Erhöhungen, während 29 Prozent Anpassungen im üblichen Rahmen erwarten.
Der Managing Partner von Lurse HR Consulting erläuterte dazu, dass die Ergebnisse der Winterbefragung deutlich machten, wie stark wirtschaftliche Unsicherheit und Kostendruck die Vergütungsstrategien beeinflussen. Unternehmen seien zunehmend gezwungen, ihre begrenzten Budgets gezielt einzusetzen, um wirtschaftlich handlungsfähig zu bleiben und gleichzeitig als Arbeitgeber attraktiv zu wirken.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Lurse/Veröffentlicht am 03.02.2026