Schon im Bewerbungsprozess nehmen viele Angehörige der Generation Z eine deutliche Abweichung zwischen der eigenen Einschätzung ihrer Fähigkeiten und Leistungsbereitschaft und der Bewertung durch Führungskräfte wahr. Auch in den ersten Jahren im Berufsleben entsteht bei ihnen der Eindruck, dass ihnen weniger Kompetenz zugetraut wird als älteren, berufserfahreneren Kolleg*innen. Als besonders unfair empfinden sie dabei, dass von ihnen ein hohes Engagement erwartet wird, ohne dass sich dies entsprechend auszahlt. Aus ihrer Sicht fehlt es an angemessener Wertschätzung für ihre Leistungen.
Diese empfundene Ungleichbehandlung zeigt sich unter anderem darin, dass Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben stark altersabhängig zugänglich sind. Auch das Gehalt wird von vielen als nicht leistungsgerecht bewertet. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle qualitative Studie der iba Internationale Berufsakademie in Nürnberg, die gemeinsam mit der berufundfamilie Service GmbH durchgeführt wurde. Im Sommersemester 2025 befragten Studierende der Betriebswirtschaftslehre unter der Leitung von Prof. Dr. Brigitte Waffenschmidt insgesamt 27 Angehörige der Generation Z mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung zu ihren Erfahrungen mit Ungleichbehandlung im Arbeitsalltag.
Zentrale Kulturthemen für junge Beschäftigte: Vereinbarkeit, Individualität und Zugehörigkeit
Die Untersuchung widerspricht der häufig geäußerten Annahme, die Generation Z sei wenig leistungsorientiert. Vielmehr zeigt sich, dass junge Mitarbeitende ihre Kompetenzen kontinuierlich erweitern möchten, in den Unternehmen jedoch häufig nicht die passende fachliche Begleitung oder geeignete Weiterbildungsangebote vorfinden. Wer sich beruflich weiterentwickeln oder den nächsten Karriereschritt gehen möchte, sieht sich oft gezwungen, diese Möglichkeiten aktiv einzufordern.
Ähnlich erleben es viele beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Diese Angebote haben für die Generation Z einen hohen Stellenwert, da sie als Ausdruck von Wertschätzung durch den Arbeitgeber gelten und eine klare Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben ermöglichen. Dennoch entsteht bei vielen jungen Beschäftigten der Eindruck, dass vorhandene Lösungen ihnen aufgrund ihres Alters nicht offenstehen.
Die Studienleitung kommt zu dem Schluss, dass zahlreiche junge Mitarbeitende berichten, ihnen werde altersbedingt weniger Verantwortung übertragen, als sie sich zutrauen und wünschen. Unternehmen könnten vorhandene Potenziale besser ausschöpfen, wenn sie Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten unabhängig vom Lebensalter zugänglich machten.
Darüber hinaus möchten sich Vertreterinnen der Generation Z mit ihrer individuellen Persönlichkeit als fester Bestandteil des Unternehmens verstehen. Ein starkes Zugehörigkeitsgefühl – sowohl zur Organisation als auch zum eigenen Team – spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie streben danach, sich gemeinsam mit Kolleginnen weiterzuentwickeln und in altersgemischten Teams zu arbeiten, die von unterschiedlichen Perspektiven, Kenntnissen und Erfahrungen profitieren.
Ergebnisbericht und Praxistipps kostenfrei verfügbar
Der ausführliche, 18-seitige Ergebnisbericht zur Studie steht kostenfrei auf der Website der berufundfamilie Service GmbH zum Abruf bereit.
Ergänzend dazu hat die berufundfamilie ein kompaktes Infoblatt mit praxisnahen Empfehlungen für einen alters- und leistungsgerechten Umgang mit der Generation Z erstellt. Dieses richtet sich an Arbeitgeber und kann ebenfalls über die Website der berufundfamilie heruntergeladen werden.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von berufundfamilie Service GmbH/Veröffentlicht am 27.01.2026