KI-Bewerbungen im Check: Zwischen Vertrauen und Skepsis

Mehr als die Hälfte der Jobsuchenden ist überzeugt, dass Künstliche Intelligenz Bewerbungen besser formuliert als Menschen. Dennoch zeigt eine aktuelle Umfrage der mobilen Job- und Candidate-Plattform hokify mit 1.600 Teilnehmenden ein interessantes Spannungsfeld: Das Vertrauen in Recruiter:innen ist sogar noch größer. 68 Prozent gehen davon aus, dass Personalverantwortliche KI-gestützte Bewerbungen ohne Schwierigkeiten erkennen.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Bewerbende ambivalent mit der Technologie umgehen. Zwar würden 43 Prozent der Befragten KI bewusst einsetzen, um ihre Unterlagen aufzuwerten, gleichzeitig befürchten knapp zwei Drittel, dass diese Bewerbungen leicht durchschaut werden könnten. Im Vergleich zu 2023 ist dieser Wert deutlich gestiegen – damals teilten nur gut die Hälfte diese Einschätzung. Das Vertrauen in die Erkennungsfähigkeit von Recruiter:innen nimmt also deutlich zu.

Spannend ist zudem, dass 38 Prozent der Befragten KI nutzen, obwohl sie davon ausgehen, dass dies auffällt. Laut hokify-CEO Jutta Perfahl-Strilka sei dies kein Widerspruch, sondern nachvollziehbar: KI werde meist als Werkzeug verstanden, um Texte zu optimieren oder zu strukturieren. Die persönliche Note stamme jedoch weiterhin von den Bewerbenden selbst.

Besonders stark zeigt sich dieser Wandel beim Motivationsschreiben. Nur noch 46 Prozent der Befragten halten es 2025 für notwendig – ein erneuter Rückgang im Vergleich zu 2023. Unternehmen, die weiterhin auf lange Motivationsschreiben setzen, laufen nach Einschätzung von Perfahl-Strilka Gefahr, seitenlange KI-Texte zu erhalten, deren Aussagekraft fraglich bleibt.

Die Studie legt nahe, dass sich Bewerbungsprozesse von traditionellen Ritualen lösen sollten. Stattdessen rücken Formate wie kurze Chats, Videobewerbungen oder praxisorientierte Aufgabenstellungen in den Fokus. Auf diese Weise lassen sich Motivation und individuelle Stärken authentischer sichtbar machen. Ziel sollte sein, Barrieren abzubauen und Bewerbungen so einfach, mobil und transparent wie möglich zu gestalten – damit Talente nicht an veralteten Formalien scheitern.

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Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von hokify/ Veröffentlicht am 23.09.2025