Krankheitskosten für Unternehmen steigen stark

Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hat deutsche Arbeitgeber im Jahr 2025 rund 85,6 Milliarden Euro gekostet. Das zeigt eine Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Davon entfielen 72,5 Milliarden Euro auf fortgezahlte Bruttoentgelte. Weitere 13,1 Milliarden Euro machten Sozialbeiträge aus, die Arbeitgeber zusätzlich für erkrankte Beschäftigte zahlen mussten.

Seit 2020 sind die Kosten der Lohnfortzahlung damit um mehr als 21 Milliarden Euro gestiegen. Binnen 15 Jahren haben sich die nominalen Aufwendungen sogar mehr als verdoppelt.

Mehrere Faktoren treiben die Kosten

Für den Anstieg nennt das IW mehrere Gründe. Zum einen sind die Aufwendungen mit der allgemeinen Lohnentwicklung gestiegen. Zum anderen gibt es mehr Beschäftigte, die im Krankheitsfall Anspruch auf Entgeltfortzahlung haben.

Hinzu kommt ein höherer Krankenstand. Seit der elektronischen Erfassung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Jahr 2022 liegt dieser deutlich über dem Vorcorona-Niveau.

Ob die Zahlen tatsächlich mehr Fehlzeiten in den Betrieben abbilden oder vor allem auf eine vollständigere Erfassung zurückzuführen sind, ist nach Einschätzung des IW nicht abschließend geklärt.

Demografie und psychische Erkrankungen spielen Rolle

Auch der demografische Wandel könnte zur Entwicklung beitragen. Ältere Beschäftigte sind häufiger von Muskel- und Skeletterkrankungen betroffen. Solche Erkrankungen dauern oft länger und führen entsprechend zu mehr Ausfalltagen.

Zudem haben psychische Erkrankungen zugenommen. Sie machen zwar weniger als fünf Prozent aller Krankheitsfälle aus, verursachen aber rund 13 Prozent aller Ausfalltage.

Attestpflicht ab erstem Krankheitstag wohl kein Allheilmittel

Die Bundesregierung will die telefonische Krankschreibung bei Atemwegserkrankungen abschaffen. Außerdem sollen Beschäftigte verpflichtet werden, bereits ab dem ersten Fehltag ein Attest vorzulegen.

IW-Ökonom Jochen Pimpertz hält offen, ob dadurch der Krankenstand sinken würde. Rechtlich ändere sich wenig, da Arbeitgeber schon heute ein Attest ab dem ersten Krankheitstag verlangen können.

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Wenn Unternehmen darauf verzichten, könne das im Einzelfall wegen des geringeren Verwaltungsaufwands sinnvoll sein. Entscheidend sei aus Sicht des Ökonomen vor allem das Signal: Ein kulanter Umgang mit der Attestpflicht beruhe auf gegenseitigem Vertrauen und setze verantwortungsvolles Verhalten voraus. Einen Anspruch darauf hätten Beschäftigte jedoch nicht.

Vertrauen bleibt zentral

Die IW-Analyse macht deutlich, dass die Entgeltfortzahlung für Unternehmen zu einem immer größeren Kostenfaktor geworden ist. Neben höheren Löhnen und mehr Beschäftigten rückt vor allem die Entwicklung des Krankenstands in den Fokus.

Ob strengere Nachweispflichten tatsächlich zu weniger Ausfällen führen, bleibt unklar. Für Betriebe dürfte daher entscheidend bleiben, wie sie zwischen Kontrolle, Verwaltungsaufwand und Vertrauen im Arbeitsalltag abwägen.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/Veröffentlicht am 29.08.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.