Viele Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland sind wieder eher bereit, für nachhaltige Verpackungen einen Aufpreis zu zahlen. Das zeigt die aktuelle „Sustainable Product Packaging“-Studie der Strategieberatung Simon-Kucher.
Demnach akzeptieren 60 Prozent der Befragten grundsätzlich höhere Preise für nachhaltigere Produktverpackungen. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Zahlungsbereitschaft bleibt begrenzt
Trotz der gestiegenen Bereitschaft bleibt der finanzielle Spielraum eng. 30 Prozent der Befragten würden maximal fünf Prozent Aufpreis auf den gesamten Produktpreis zahlen.
Nach Einschätzung von Simon-Kucher sollten Hersteller diese begrenzte Zahlungsbereitschaft nicht als reines Hindernis betrachten. Nachhaltigere Verpackungen könnten den wahrgenommenen Wert eines Produkts erhöhen, während die tatsächlichen Mehrkosten häufig überschaubar blieben.
Junge Verbraucher deutlich offener für Aufpreise
Besonders groß ist die Zahlungsbereitschaft bei jüngeren Konsumentinnen und Konsumenten. 83 Prozent der unter 25-Jährigen wären bereit, für nachhaltige Verpackungen mehr zu bezahlen.
Bei den über 54-Jährigen trifft das nur auf etwa jede zweite Person zu. Der Abstand zwischen den Altersgruppen ist damit seit 2025 um 12 Prozentpunkte gewachsen.
Simon-Kucher sieht darin eine Herausforderung für Markenkommunikation und Preisgestaltung. Hersteller müssten stärker berücksichtigen, dass jüngere und ältere Zielgruppen nachhaltige Verpackungen unterschiedlich bewerten.
Nachhaltigkeit muss sofort erkennbar sein
Für Verbraucherinnen und Verbraucher spielt auch die Sichtbarkeit nachhaltiger Verpackungen eine wichtige Rolle. Fast jede zweite befragte Person erkennt nachhaltige Verpackungen vor allem an einem möglichst geringen Materialeinsatz.
Auch verständliche Recyclinghinweise sind wichtig. Offizielle Umweltlabels fallen dagegen weniger stark ins Gewicht und werden von 26 Prozent als Erkennungsmerkmal genannt.
Gleichzeitig geben 12 Prozent der Befragten an, nachhaltige Verpackungen nicht zuverlässig erkennen zu können. Aus Sicht der Studienautoren verpufft der Effekt, wenn der Nachhaltigkeitsvorteil nicht sofort sichtbar wird.
Mehrheit hält an Nachhaltigkeitsanspruch fest
Wirtschaftliche Belastungen führen laut Studie nicht dazu, dass nachhaltige Verpackungen für Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich an Bedeutung verlieren. 71 Prozent sagen, das Thema sei für sie weiterhin mindestens genauso wichtig wie zuvor.
Inflation, hohe Energiepreise und geopolitische Spannungen verschieben die Prioritäten demnach nicht grundsätzlich. Hersteller müssten den Mehrwert nachhaltiger Verpackungen jedoch klar vermitteln, um auch unentschlossene Kundinnen und Kunden zu überzeugen.
Gezielte Regulierung findet Zustimmung
Auch politische Maßnahmen gegen Verpackungsmüll werden grundsätzlich unterstützt. Die höchste Zustimmung erhalten gezielte Eingriffe, die den Alltag der Menschen nicht zu stark einschränken.
37 Prozent befürworten Verbote bestimmter Einwegverpackungen. Vorgaben zur Reduktion von Leerraum in Verpackungen unterstützen 35 Prozent. Deutlich niedriger fällt die Zustimmung für eine Ausweitung der Pfandpflicht auf weitere Verpackungsarten aus. Diese Maßnahme befürworten 25 Prozent.
Simon-Kucher leitet daraus ab, dass nicht jede regulatorische Maßnahme gleichermaßen überzeugt. Für Unternehmen komme es darauf an, Vorgaben in Lösungen zu übersetzen, die für Verbraucher nachvollziehbar und alltagstauglich bleiben.
Verpackung wird zum Wettbewerbsfaktor
Die Studie zeigt, dass nachhaltige Verpackungen für viele Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin relevant sind. Gleichzeitig erwarten sie erkennbare Vorteile, verständliche Informationen und moderate Preisaufschläge.
Für Hersteller bedeutet das: Nachhaltigkeit allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, dass Verpackungen weniger Material verbrauchen, klar kommuniziert werden und preislich in einem Rahmen bleiben, den Kundinnen und Kunden akzeptieren.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Simon – Kucher & Partners/Veröffentlicht am 18.08.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.