In Deutschland haben nahezu alle Online-Shops bereits Betrug oder Betrugsversuche erlebt. Besonders rund um den Black Friday steigt das Risiko für Händler deutlich an. Hohe Bestellzahlen und attraktive Rabatte ziehen nicht nur reguläre Käufer an, sondern auch Personen mit betrügerischen Absichten. Eine aktuelle Befragung von CRIF zeigt, dass das Niveau des Online-Betrugs seit Jahren unverändert hoch bleibt. Betrachtet man die letzten zwölf Monate, berichten 45 Prozent der teilnehmenden E-Commerce-Unternehmen von weiter gestiegenen Risiken. Für 42 Prozent blieb die Lage auf hohem Niveau stabil, während lediglich 12 Prozent einen Rückgang der Vorfälle feststellen. Diese Ergebnisse basieren auf der CRIF-Studie „Betrug im E-Commerce“, für die knapp 50 deutsche Online-Shops befragt wurden.
Identitätsdiebstahl bleibt die häufigste Betrugsform
Laut Studie ist Identitätsdiebstahl die am weitesten verbreitete Methode: 76 Prozent der befragten Händler hatten bereits Fälle, in denen sich Besteller als andere reale Personen ausgaben. Weitere 74 Prozent berichteten von Versuchen, Bestellungen mit erfundenen Namen oder manipulierten Adressen aufzugeben.
Mehr als die Hälfte (53 Prozent) war vom sogenannten Eingehungsbetrug betroffen, bei dem Käufer bewusst bestellen, obwohl ihnen klar ist, dass sie die Rechnung später nicht begleichen können. In 47 Prozent der Fälle wurden gestohlene Zahlungsdaten wie Kreditkarteninformationen genutzt. Zudem sehen 41 Prozent der Shops Account Takeover – also den Zugriff auf fremde Kundenkonten – als eine gängige Betrugsform.
Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF Deutschland, betonte im Zusammenhang mit den Ergebnissen, dass Shops insbesondere an umsatzstarken Tagen wie dem Black Friday oder Cyber Monday verstärkte Identitäts- und Zahlungskontrollen benötigen. Er verwies darauf, dass nahezu kein Händler von Betrugsversuchen verschont bleibe und viele bereits erhebliche finanzielle Schäden erlitten hätten. Zudem würden Täter immer professioneller vorgehen. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz und die Nutzung synthetischer Identitäten sei absehbar, dass sich Betrugsaktivitäten weiter intensivieren könnten.
Hohe Schadenssummen: Über ein Viertel der Shops verliert mehr als 100.000 Euro jährlich
Die Folgen betrügerischer Aktivitäten sind vielfältig und reichen von Reputationsschäden über rechtliche Aufwände bis zu direkten finanziellen Verlusten. Für den Großteil der teilnehmenden Unternehmen (79 Prozent) lag der größte Einzelschaden bei unter 5.000 Euro. Allerdings meldeten 12 Prozent durchschnittliche Verluste zwischen 5.000 und 10.000 Euro pro Fall. Bei 9 Prozent überstiegen die Schäden sogar 10.000 Euro.
Betrachtet man die gesamten Verluste innerhalb eines Jahres, lagen diese bei 42 Prozent der Shops unter 10.000 Euro. 32 Prozent verzeichneten Summen zwischen 10.000 und 100.000 Euro. Mehr als ein Viertel der Online-Händler gab an, innerhalb von zwölf Monaten über 100.000 Euro verloren zu haben.
Automatisierte Lösungen gewinnen an Bedeutung
Um sich wirksam gegen Betrug zu schützen, setzen immer mehr Unternehmen auf automatisierte Systeme zur Risiko-, Identitäts- und Betrugsprävention. Laut Studie ergreifen bereits 94 Prozent der befragten Shops entsprechende Maßnahmen. 90 Prozent kombinieren manuelle und automatisierte Verfahren. Für 75 Prozent ist es besonders wichtig, präzise und kundengerechte Methoden auszuwählen. Zudem halten 62 Prozent die Identifikation neuer Betrugsmuster für eine zentrale Aufgabe.
Abschließend erklärte Dr. Schlein, dass die Lösungen von CRIF Unternehmen mit exklusiven Daten, leistungsstarken Analysemodellen und gezielter fachlicher Beratung unterstützen. Dadurch ließen sich Betrugsfälle nicht nur verhindern, sondern auch Umsätze steigern und das Vertrauen der Endkunden stärken. Er hob hervor, dass CRIF als einziger Anbieter sowohl Schutz vor Betrug durch private als auch durch gewerbliche Kunden bietet.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von CRIF GmbH/Veröffentlicht am 25.11.2025