Ein Vergleich verschiedener Methoden zur Bestimmung des Lichtschutzfaktors von Sonnenschutzmitteln zeigt: Laborprüfungen ohne Belastung menschlicher Probandinnen und Probanden können zuverlässige Ergebnisse liefern und sind ethisch vertretbarer als herkömmliche Tests am Menschen.
Die Ergebnisse sprechen dafür, Prüfverfahren stärker zu nutzen, bei denen kein Sonnenbrand durch UV-Strahlung hervorgerufen werden muss. So können Innovationen gefördert werden, ohne die Sicherheit und Wirksamkeit von Sonnenschutzprodukten zu gefährden.
EU-Kampagne prüft 74 Sonnenschutzprodukte
Um Prüfungen ohne Sonnenbrand breiter bekannt zu machen, finanzierte die Europäische Kommission eine Kampagne zur Untersuchung von Sonnenschutzmitteln und Tagescremes. Insgesamt wurden 74 Produkte unter Laborbedingungen getestet.
Marktüberwachungsbehörden aus elf EU-Ländern wählten die Produkte in Geschäften und im Internet aus. Geprüft wurden der Lichtschutzfaktor sowie der UVA-Schutzfaktor.
Die Ergebnisse zeigten eine hohe Übereinstimmung zwischen den In-vitro-Tests und den herkömmlichen In-vivo-Prüfungen. Damit wird die Zuverlässigkeit der Laborverfahren zur Überprüfung von LSF-Angaben gestützt.
Neues Prüfverfahren vermeidet UV-Belastung
Das eingesetzte In-vitro-Verfahren EN ISO 23675:2024 wurde im Dezember 2024 veröffentlicht. Es macht es möglich, Sonnenschutzmittel zu testen, ohne Menschen UV-Strahlung auszusetzen.
Das Verfahren gilt zudem als schneller und kostengünstiger als Prüfungen an menschlichen Probandinnen und Probanden. Parallel wurde auch eine hybride Methode veröffentlicht, HDRS. Diese nutzt zwar Menschen in der Prüfung, verursacht jedoch keinen Schaden. In der aktuellen Kampagne wurden allerdings nur die In-vitro-Methode und das klassische In-vivo-Verfahren miteinander verglichen.
So funktioniert der Labortest
Bei der In-vitro-Prüfung wird das Sonnenschutzprodukt auf zwei unterschiedliche Acrylplatten aufgetragen. Eine Platte ist geformt, die andere sandgestrahlt. Dadurch soll eine hautähnliche Oberfläche nachgebildet werden.
Die Menge des aufgetragenen Produkts, die Auftragetechnik, Temperatur und Trocknungszeit werden streng kontrolliert. Ein standardisierter Roboterfinger sorgt dafür, dass das Produkt gleichmäßig aufgetragen wird.
Ein Spektralphotometer misst anschließend, wie viel UV-Strahlung den Sonnenschutzfilm auf den Platten durchdringt. Der Lichtschutzfaktor wird mithilfe eines Algorithmus berechnet, der die Messergebnisse beider Plattentypen kombiniert.
Ein weiterer Vorteil: Laborprüfungen hängen nicht von der Verfügbarkeit oder dem Hautzustand menschlicher Probandinnen und Probanden ab. Faktoren wie Hautbeschaffenheit, Feuchtigkeit oder Empfindlichkeit beeinflussen das Ergebnis dadurch nicht.
Entzündungshemmende Inhaltsstoffe verfälschen Ergebnis nicht
Bei herkömmlichen LSF-Tests am Menschen wird die Haut geringen Dosen von UV-Strahlung ausgesetzt, um eine Rötung hervorzurufen. Einige Sonnenschutzmittel enthalten jedoch entzündungshemmende oder beruhigende Inhaltsstoffe.
Solche Stoffe können eine Hautrötung abschwächen oder verzögern. Dadurch kann der gemessene Lichtschutzfaktor künstlich höher erscheinen. Bei der In-vitro-Methode besteht dieses Problem nicht, weil die Durchlässigkeit des Sonnenschutzfilms für UV-Strahlung direkt gemessen wird.
Empfehlung an Hersteller
Herstellern wird empfohlen, für die Bestimmung von Lichtschutzfaktor und UVA-Schutz bevorzugt Prüfverfahren einzusetzen, die für Menschen keine Gefahr darstellen.
Allerdings hat die In-vitro-Methode derzeit noch Grenzen. Sonnenschutzstifte und -puder können mit ihr aktuell nicht geprüft werden. Normungsorganisationen sollen deshalb daran arbeiten, nicht-invasive Prüfverfahren auch auf diese Produktarten sowie auf Angaben zur Wasserbeständigkeit auszuweiten.
Sonnenschutz bleibt wichtig
UV-Strahlung, einschließlich UVB- und UVA-Strahlung, kann die Gesundheit gefährden. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten Sonnenschutzmittel deshalb als zusätzlichen Schutz verwenden.
Empfohlen wird außerdem, Schatten aufzusuchen, schützende Kleidung zu tragen und die intensive Mittagssonne zu meiden. Sonnenschutzmittel sollten passend zum Hauttyp und zur Stärke der Sonneneinstrahlung gewählt werden.
Vor dem Aufenthalt in der Sonne sollte das Produkt großzügig und gleichmäßig aufgetragen werden. Regelmäßiges Nachcremen bleibt wichtig, um den Schutz aufrechtzuerhalten.
Sonnenschutzmittel nicht selbst herstellen
Sonnenschutzprodukte werden wissenschaftlich entwickelt und geprüft. Ihre Herstellung erfordert spezielles Fachwissen. UV-Filter müssen vor der Verwendung getestet und zugelassen werden.
Von selbst hergestellten Sonnenschutzmitteln wird daher abgeraten. Da solche Produkte nicht auf ihren tatsächlichen Schutzgrad geprüft sind, kann eine unzureichende Wirkung ein Gesundheitsrisiko darstellen.
EU-weite Marktüberwachung
Die Prüfung erfolgte im Rahmen der Gemeinsamen Maßnahmen zur Konformität von Produkten, kurz JACOP 2025, in der EU und den EFTA-Ländern. Das Programm unterstützt Marktüberwachungsbehörden dabei, Arbeitsmethoden zu harmonisieren, Produkte gemeinsam zu prüfen, Risiken zu bewerten und Korrekturmaßnahmen durchzusetzen.
Insgesamt wurden im Rahmen der Maßnahmen elf Produkttypen bewertet.
Vanessa Capurso von der Generaldirektion GROW der Europäischen Kommission betont, dass Marktüberwachungskampagnen dazu beitragen, Unternehmen vor unlauterem Wettbewerb zu schützen und die Sicherheit von Produkten im Binnenmarkt zu gewährleisten.
Die Verantwortung dafür, dass Sonnenschutzmittel den auf dem Etikett angegebenen Schutz tatsächlich bieten, liege jedoch letztlich bei der verantwortlichen Person.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Marktüberwachung/Veröffentlicht am 27.07.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.