Studie: Unterbewerteter Yuan kostet Deutschland Milliarden an Wirtschaftsleistung

Die künstlich niedrig gehaltene chinesische Währung bremst nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft das Wachstum in Deutschland. Wäre der Yuan fair bewertet, könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt in den Jahren 2026 bis 2028 zusammengerechnet um mehr als 40 Milliarden Euro höher ausfallen.

Grundlage ist eine vom Auswärtigen Amt geförderte IW-Untersuchung. Demnach würde das preisbereinigte BIP in Deutschland und im Euroraum bei einer realistischeren Bewertung des Yuan bis 2028 um bis zu 0,25 Prozent höher liegen. Für Deutschland summiert sich das laut Studie auf rund 43 Milliarden Euro zu Preisen von 2025.

Nach Einschätzung des IW verhindert China seit Jahren gezielt eine Aufwertung seiner Währung, um die eigenen Exporte günstig zu halten. Vor allem seit den starken Preissteigerungen ab 2021 infolge von Lieferkettenproblemen und der Energiekrise in Europa habe sich dieser Effekt verstärkt. Die Unterbewertung des Yuan verbillige chinesische Produkte auf dem Weltmarkt und verteuere zugleich Importe nach China.

Für Deutschland hat das spürbare Folgen. Die Exporte nach China sind zuletzt deutlich gesunken, während die Einfuhren aus China stark gestiegen sind. Das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China liegt inzwischen bei rund 90 Milliarden Euro. Aus Sicht der Studie zeigt sich darin auch, dass China keinen freien Wechselkurs zulässt, sondern die Währung staatlich steuert.

Das IW argumentiert allerdings, dass nicht nur Deutschland und Europa von einem faireren Yuan profitieren würden. Auch China selbst könnte langfristig Vorteile haben. Zwar würde eine Aufwertung die Exporte zunächst bremsen und das chinesische BIP kurzfristig belasten. In der Simulation setzt danach jedoch eine Gegenbewegung ein: Weil mehr Waren im Inland bleiben, sinken die Preise, die Binnennachfrage steigt und auch Zinssenkungen sowie mögliche Steuererleichterungen stärken den Konsum. Bis 2028 würde die chinesische Wirtschaft dadurch laut Studie fast wieder das Niveau des bisherigen Szenarios erreichen.

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IW-Experte Jürgen Matthes spricht deshalb von einem Problem für den fairen Welthandel. Durch die Unterbewertung des Yuan könne China Waren deutlich günstiger anbieten, als es unter marktgerechten Bedingungen möglich wäre, und sich so Wettbewerbsvorteile verschaffen, die im freien Handel nicht entstehen würden. Aus seiner Sicht sollte Europa deshalb mit Ausgleichszöllen reagieren, um gleiche Wettbewerbsbedingungen herzustellen.

Für die Berechnung nutzte das IW das Global Economic Model von Oxford Economics. In der Simulation wurde der Yuan um 40 Prozent aufgewertet, was nach Einschätzung der beteiligten Experten in etwa einer fairen Bewertung entsprechen soll.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/Veröffentlicht am 20.06.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.