Tiermedizin unter Druck: Praxen werden weniger

Die wirtschaftliche Lage der Tiermedizin in Deutschland spitzt sich aus Sicht der Verbände bpt, VUK und WFG weiter zu. In einer gemeinsamen Stellungnahme warnen sie davor, die Debatte auf einen Konflikt zwischen Tierhaltern, angestellten Tierärztinnen und Tierärzten sowie Praxisinhabern zu verkürzen.

Nach Einschätzung der Verbände sind alle Beteiligten auf eine wirtschaftlich tragfähige tiermedizinische Versorgung angewiesen. Im Mittelpunkt müsse deshalb die Frage stehen, ob sich eine eigene, inhabergeführte Tierarztpraxis in Deutschland überhaupt noch lohnt.

Zahl der niedergelassenen Tierärzte sinkt

Die Verbände verweisen auf die aktuelle Tierärztestatistik der Bundestierärztekammer. Demnach ist die Zahl der niedergelassenen Tierärztinnen und Tierärzte 2025 erneut gesunken. Zum Datenstand 31. Dezember 2025 lag sie bei 11.216.

Gleichzeitig stieg die Zahl der angestellten Tierärztinnen und Tierärzte weiter auf 12.125. In den meisten Kammerbereichen geht die Zahl der Tierarztpraxen zurück. Zugleich altert der Berufsstand.

Aus Sicht von bpt, VUK und WFG wagen immer weniger Tierärztinnen und Tierärzte den Schritt in die Selbstständigkeit. Das könne langfristig die flächendeckende Versorgung gefährden – sowohl im Kleintierbereich als auch in der Großtiermedizin. Besonders ländliche Regionen könnten davon betroffen sein.

Folgen auch für angestellte Tierärzte

Die Verbände betonen, dass der Rückgang inhabergeführter Praxen nicht nur Praxisinhaber betrifft. Wenn weniger Praxen existieren, verringert sich auch die Zahl potenzieller Arbeitsplätze für angestellte Tierärztinnen und Tierärzte.

Faire Gehälter und gute Arbeitsbedingungen seien für eine moderne Tiermedizin unverzichtbar. Sie entschieden mit darüber, ob der Beruf attraktiv bleibe und ob Praxen qualifizierte Fachkräfte finden könnten.

Diese Bedingungen ließen sich jedoch nur finanzieren, wenn Praxen wirtschaftlich tragfähig arbeiteten. Genau diese Grundlage gerate durch steigende Kosten zunehmend unter Druck.

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Kostensteigerungen belasten Praxen

Zu den zentralen Belastungen zählen nach Angaben der Verbände höhere Ausgaben für Energie, Personal, Material und Bürokratie. Diese Entwicklung erschwere es vielen Praxen, gute Arbeitsbedingungen, sichere Beschäftigung und eine verlässliche Versorgung gleichzeitig zu gewährleisten.

Die Geschäftsführer Heiko Färber für den bpt, Oliver Volin für den VUK und Dr. Stefan von Rüden für den WFG erklären gemeinsam, dass bei der laufenden Evaluation der tierärztlichen Gebührenordnung das richtige Augenmaß nötig sei. Die GOT müsse die tatsächlichen Kosten abbilden, damit Arbeitsplätze und eine flächendeckende Versorgung erhalten bleiben könnten.

Verbände fordern verlässliche Gebührenordnung

Im laufenden Evaluationsprozess erwarten bpt, VUK und WFG eine Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte, die dauerhaft verlässlich ist. Dazu gehört aus ihrer Sicht auch ein regelmäßiger Anpassungsmechanismus.

Die GOT solle die realen Kosten in den Praxen abbilden und damit das Fundament freier, inhabergeführter Praxen sichern. Nur so könnten tragfähige Praxiskonzepte erhalten und weiterentwickelt werden.

Hintergrund zu den Verbänden

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte, kurz bpt, vertritt als unabhängige Interessenvertretung praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland. Er setzt sich für rechtliche, wirtschaftliche und politische Interessen seiner rund 7.150 Mitglieder ein.

Der Wirtschaftsverband Freier Großtierärzte, WFG, ist ein Arbeitgeberverband und bundesweites Netzwerk freiberuflicher, inhabergeführter Nutztierpraxen. Der Schwerpunkt liegt auf Schweine- und Rindermedizin sowie auf tragfähigen Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum.

Der Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken, VUK, vertritt private und inhabergeführte Kleintierkliniken, Tiergesundheitszentren und auf Klinikniveau arbeitende Kleintierpraxen. Er versteht sich als Arbeitgeberverbund und entwickelt Strategien für die Zukunftsfähigkeit seiner Mitglieder.

Grundlage der genannten Zahlen ist die Tierärztestatistik 2025 der Bundestierärztekammer mit Datenstand vom 31. Dezember 2025.

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Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V./Veröffentlicht am 29.07.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.