Die Nachfrage nach Elektroautos nimmt weiter zu – dennoch ist die Bereitschaft, einen Tesla zu kaufen, in Deutschland auffallend niedrig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die gemeinsam mit der TU Dresden durchgeführt wurde. Besonders deutlich fällt die Zurückhaltung bei Menschen aus, die den Grünen nahestehen. Gleichzeitig entsteht daraus ein Vorteil für deutsche Hersteller.
Laut den Ergebnissen der IW-Personenbefragung lehnen über drei Viertel der Bevölkerung den Kauf eines Tesla grundsätzlich ab. Für die Erhebung wurden im Sommer 1.781 Personen befragt. Rund 60 Prozent gaben an, dass ein Tesla für sie überhaupt nicht infrage komme; weitere gut 16 Prozent tendierten ebenfalls klar dagegen.
Gleichzeitig ist das generelle Interesse an E-Autos in Deutschland spürbar: Nahezu 40 Prozent können sich vorstellen, ein Modell eines deutschen Autobauers zu kaufen, während etwa 42 Prozent dies ausschließen. Fahrzeuge chinesischer Marken werden ebenfalls erwogen – knapp ein Viertel zieht einen Kauf in Betracht. Dennoch blieb der Marktanteil des chinesischen Konzerns BYD, trotz seiner Rolle als weltweit größter Elektroautohersteller, im vergangenen Jahr in Deutschland bei lediglich zwei Prozent der Neuzulassungen.
Tesla-Kaufabsicht hängt stark von Parteipräferenzen ab
Die Auswertung zeigt zudem, dass die politische Orientierung die Kaufabsicht besonders stark beeinflusst – stärker als Faktoren wie Alter, Einkommen oder Wohnort. Unter Grünen-Anhängern ist die grundsätzliche Bereitschaft, ein Elektroauto zu kaufen, mit rund 64 Prozent am höchsten. Ein Tesla wird in dieser Gruppe jedoch selten als Option gesehen: Nur etwa jede zehnte Person kann sich vorstellen, ein Modell des US-Herstellers zu erwerben. Außerdem gibt knapp ein Viertel der Grünen-Anhängerschaft an, bereits ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid zu besitzen.
Auch bei AfD-Anhängern führt die öffentliche Unterstützung des Tesla-Eigentümers Elon Musk nicht zu einem spürbaren Kaufimpuls. Weniger als 15 Prozent dieser Gruppe ziehen einen Tesla in Betracht. Gleichzeitig ist die Zustimmung zur Elektromobilität dort insgesamt gering: Nicht einmal 20 Prozent können sich den Kauf eines Elektroautos vorstellen, während mehr als zwei Drittel einen Erwerb grundsätzlich ablehnen.
Deutsche Hersteller profitieren von der Verschiebung
Der IW-Experte Matthias Diermeier habe erklärt, Elon Musk habe auf dem europäischen Markt wesentliche Teile seiner potenziellen Zielgruppe vergrault; dadurch entstehe eine Lücke, die nun von deutschen Herstellern besetzt werde. Entscheidend für die Kaufentscheidung seien weiterhin politische Einstellungen. Diermeier habe zudem eingeordnet, dass Elektromobilität – ähnlich wie Windkraftanlagen und Wärmepumpen – ein weiteres Beispiel dafür sei, wie stark Klimapolitik in Deutschland parteipolitisch aufgeladen werde.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/Veröffentlicht am 20.01.2026