Weiterbildung in Firmen oft ohne klare Strategie

Unternehmen in Deutschland räumen Weiterbildung zwar einen hohen Stellenwert ein, steuern sie jedoch häufig nicht systematisch. Zu diesem Ergebnis kommt die TÜV Weiterbildungsstudie 2026, für die 500 Entscheiderinnen und Entscheider aus Unternehmen befragt wurden. Demnach ermöglichen zwar drei Viertel der Unternehmen ihrer gesamten Belegschaft die Teilnahme an Weiterbildungen, doch nur 29 Prozent verfügen über eine schriftlich festgehaltene Strategie für diesen Bereich.

Auch bei den Budgets zeigt sich Zurückhaltung. 65 Prozent der Arbeitgeber stellen pro Beschäftigtem und Jahr höchstens 1.000 Euro für Qualifizierungsmaßnahmen bereit. Gleichzeitig wird branchenübergreifend ein hoher zusätzlicher Qualifizierungsbedarf gesehen. Besonders häufig genannt werden Führungskompetenzen, digitale Grundkenntnisse und fachliches Wissen.

Orientierung statt unsystematischer Lernangebote

Andreas Ollhoff, Geschäftsführer der TÜV Rheinland Akademie, machte deutlich, dass viele Unternehmen Weiterbildung zwar grundsätzlich ermöglichten, oft aber klare Schwerpunkte, definierte Lernpfade und feste Zeitbudgets fehlten. Gerade bei einem dynamischen Thema wie Künstliche Intelligenz sei das problematisch. Beschäftigte bräuchten Orientierung, etwa dazu, welche KI-Anwendungen für ihre tägliche Arbeit relevant seien, wie sie sicher und verantwortungsvoll eingesetzt werden könnten und welche Kompetenzen in den kommenden Jahren besonders wichtig würden.

Künstliche Intelligenz verändert den Qualifizierungsbedarf

Der Einsatz generativer KI-Anwendungen wie ChatGPT, Gemini oder Copilot hält inzwischen in vielen Unternehmen Einzug, vor allem in größeren Betrieben. Vier von zehn Unternehmen beobachten bereits, dass der Bedarf an KI-bezogenen Kompetenzen in ihrer Organisation zunimmt. Rund jedes zweite Unternehmen stuft den Weiterbildungsbedarf im Bereich Künstliche Intelligenz insgesamt als hoch ein.

Zunächst steht aus Sicht vieler Unternehmen vor allem grundlegendes Wissen im Vordergrund. Besonders gefragt sind Kenntnisse über die Funktionsweise von KI, typische Einsatzbereiche und die Grenzen der Technologie. Erst danach folgen vertiefende fachliche Anwendungen. Gleichzeitig erwarten die Befragten Effizienzgewinne durch den Einsatz von KI und gehen davon aus, dass sich Arbeitsabläufe, Entscheidungswege und Tätigkeitsprofile spürbar verändern werden.

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Isabell Czornik, Expertin für KI-Weiterbildungen bei der TÜV Rheinland Akademie, erklärte, dass es in vielen Bereichen derzeit weniger um anspruchsvolle Programmierkenntnisse gehe. Wichtiger sei die Fähigkeit, KI-Werkzeuge fundiert einzuordnen und sinnvoll in bestehende Prozesse einzubinden. Eine sichere und zweckmäßige Nutzung setze zudem voraus, dass Beschäftigte rechtliche, organisatorische und ethische Rahmenbedingungen kennen. Dazu gehörten unter anderem Datenschutz, Informationssicherheit und Anforderungen an Transparenz.

Breites Angebot für den Aufbau von KI-Kompetenzen

Um Unternehmen und Beschäftigte beim Erwerb entsprechender Kenntnisse zu unterstützen, bietet die TÜV Rheinland Akademie ein breites Weiterbildungsangebot an. Dazu zählen Formate, die in die Grundlagen, Funktionsweisen und Anwendungsfelder von KI einführen. Hinzu kommen Schulungen für den sicheren und verantwortungsvollen Einsatz generativer KI im Arbeitsalltag, beispielsweise für Anwendungen im Bereich Text, Daten und Bilder. Ergänzt wird das Angebot durch zielgruppenspezifische Trainings für Fach- und Führungskräfte, etwa in Produktion, Qualitätsmanagement, Arbeitssicherheit oder Verwaltung.

Neben klassischen Präsenzseminaren setzt die Akademie zunehmend auf Live-Online-Trainings, E-Learning-Module und Blended-Learning-Formate. Damit soll sich Lernen besser mit dem beruflichen Alltag verbinden lassen.

Czornik betonte zudem, dass Weiterbildung im Bereich Künstliche Intelligenz nicht als einmalige Maßnahme verstanden werden dürfe. Beschäftigte müssten die Möglichkeit haben, neue Inhalte schrittweise zu erproben, Erfahrungen auszuwerten und ihr Wissen regelmäßig zu aktualisieren. Entscheidend seien deshalb kontinuierliche Lernangebote, die sich eng an den Anforderungen im Unternehmen orientieren.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von TÜV Rheinland AG/Veröffentlicht am 30.04.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.