Zuwanderung wird für Ostdeutschland entscheidend

Ohne Zuwanderung könnten sich die demografischen Probleme in den ostdeutschen Flächenländern deutlich verschärfen. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft würde die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter dort bis 2045 um rund 22 Prozent sinken, wenn Migration ausbleibt.

Betroffen ist die Altersgruppe der 15- bis 66-Jährigen. Ihre Zahl würde in diesem Szenario von derzeit rund 7,7 Millionen auf etwa sechs Millionen Menschen zurückgehen.

Osten hat bereits viele Erwerbsfähige verloren

Die Entwicklung ist nicht neu. Zwischen 1995 und 2025 verloren die ostdeutschen Flächenländer bereits rund 2,3 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter.

Auch ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung sank deutlich. Lag er 1995 noch bei knapp 71 Prozent, beträgt er inzwischen weniger als 63 Prozent.

Nicht alle Menschen im erwerbsfähigen Alter stehen dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung. Manche befinden sich in Ausbildung, betreuen Kinder, pflegen Angehörige oder können aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten. Deshalb liegt die Zahl der Erwerbstätigen deutlich niedriger als die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter.

Bliebe die Erwerbsquote auf dem heutigen Niveau und käme keine Zuwanderung hinzu, wäre in Ostdeutschland künftig weniger als jede zweite Person berufstätig.

Mecklenburg-Vorpommern besonders betroffen

Besonders stark wäre Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Ohne Migration würde die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter dort bis 2045 um fast 25 Prozent sinken.

Der Anteil der 15- bis 66-Jährigen an der Gesamtbevölkerung läge dann nur noch bei 57 Prozent. Bei einer unveränderten Erwerbsquote würden lediglich 43 Prozent der Bevölkerung arbeiten.

Ähnliche Entwicklung in Sachsen-Anhalt

Auch Sachsen-Anhalt müsste mit erheblichen Folgen rechnen. Ohne Zuwanderung würde die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter bis 2045 um gut 24 Prozent zurückgehen.

siehe auch   Wirtschaft der US investiert verstärkt in Automation

Nach Abzug von Menschen in Ausbildung oder Personen, die etwa wegen Krankheit nicht arbeiten können, stünden auch dort nur noch rund 43 Prozent der Bevölkerung dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Versorgung könnte unter Druck geraten

Das IW warnt, dass ein massiver Mangel an Arbeitskräften nicht nur die Wirtschaft schwächt, sondern auch die Versorgung der Bevölkerung gefährden kann.

Besonders kritisch sind Dienstleistungen, die sich kaum automatisieren oder aus der Ferne erbringen lassen. IW-Experte Wido Geis-Thöne verweist darauf, dass etwa Pflegekräfte, Friseure, Handwerker oder Ärzte vor Ort gebraucht werden und nicht einfach durch künstliche Intelligenz ersetzt werden können.

Gefahr einer neuen Abwanderung

Ein Szenario ganz ohne Migration wäre laut IW noch nicht einmal der ungünstigste Fall. Wenn ostdeutsche Flächenländer für jüngere Menschen weiter an Attraktivität verlieren, könnte es zusätzlich zu neuer Abwanderung kommen.

Geis-Thöne warnt vor einem Kreislauf aus weniger Arbeitskräften, sinkender Wirtschaftskraft, geringerer Attraktivität für junge Menschen und weiteren Wegzügen.

Die Studie macht damit deutlich, dass Zuwanderung für die ostdeutschen Flächenländer nicht nur eine arbeitsmarktpolitische Frage ist. Sie wird zunehmend entscheidend dafür, ob Versorgung, Wirtschaftskraft und regionale Entwicklung langfristig stabil bleiben.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/Veröffentlicht am 21.08.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.